Neue Flutlicht-Anlage für den Fußballplatz in Innsbruck/Reichenau – by LIPRO

Flutlichtprobe

Eröffnung am 01.05.2016

Um Spiele der Regionalliga West in den Dämmerungsstunden unter Flutlicht austragen zu können, wird dem Verein SV Reichenau eine Beleuchtungsanlage mit Mindestanforderungen vorgeschrieben.

Anfang 2014 ging deshalb der Sportplatz in die Planungsphase.

Von Beginn an war bekannt, dass von umliegenden Anrainern Widerstand gegen das geplante Licht, bzw. den Lärm der sich dadurch bis in die Nachtstunden erstreckt, ausgeht (http://www.gegenflutlicht.at/). Eben auch aus diesem Grund wurde bereits im Vorfeld der Planung der ÖISS (Österreichisches Institut für Schul- & Sportstättenbau) und der Vorstandssitzende der LTG (Lichttechnische Gesellschaft) DI (FH) Franz Luisi hinzugezogen.

Dabei übernahm DI (FH) Franz Luisi auch eine Funktion als Sachverständiger der gesamten Lichttechnik.

Bei der Planung kommen dabei grundsätzlich immer Lichtberechnungsprogramme zum Einsatz. Damit können die Fluter optimal eingerichtet und das daraus emittierte Licht bestens ausgenützt werden. Durch viele Stunden Lichtmanagement mit den vorhin genannten Planern, wurde erreicht, dass sowohl die Grenzwerte der einschlägigen Normen für Immissionsschutz (Anrainerschutz) als auch für die Fußballanlage eingehalten werden.

So wurde auch das Konzept von einer 4-Mast-Anlage beigelegt und auf eine kostenintensivere Variante, die 6-Mast-Anlage, gesetzt. Durch diesen Schritt wurden die Immissionswerte, welche für die Anrainer als störend empfunden werden, noch einmal herabgesetzt. Auch die Anzahl der Leuchten wurde von zukunfts-orientierten 22 Stück auf zwölf  Stück reduziert. Diese zusätzlichen Leuchten wären für mögliche Aufstiege des Vereins, in Erweiterung, geplant gewesen.

Eine LED-Variante wurde natürlich auch in Betracht gezogen. Rein von den Immissionswerten stellt diese Technologie jedoch keine Verbesserung dar. Eine Ausführung dieser Variante wäre lediglich eine Energieeinsparungs-Maßnahme, welche bei einer Anlage dieser Größe mit den Mehrkosten in keinerlei Verhältnis stünde. Darum bekam aus rein objektiv wirtschaftlichen Gründen die bewährte Metallhalogendampf-Variante den Vorzug.

Diese Metallhalogendampf-Variante, fälschlicherweise von Flutlichtgegnern als veraltet bezeichnet, entspricht Aufgrund der Hochleistungs-Leuchtmittel durchaus dem Stand der Technik und wird auch nach wie vor weitestgehend eingesetzt.

Die Europäische Union einigte sich in der Verordnung (Nr.245/2009) für Leuchtmittel mit niedrigen Leistungen (Typisch für E27 & E40 Fassungen) darauf, Mindestanforderungen an Leuchtmittel zu setzen. Damit scheiden ineffiziente Leuchtmittel aus dem EWR (Europäischen Wirtschaftsraum) aus. Da man bei Flutlichtanlagen erschwerte Bedingungen, wie z.B. die weit entfernte Lichtquelle von der zu beleuchtenden Fläche, zu bewältigen hat werden hierbei Hochleistungs-Leuchtmittel (2000W) eingesetzt. Darum sind diese Leuchtmittel von der EU-Verordnung auch nicht betroffen (genaueres im Anhang).

In diesem Planungsstadion wurde der IIG (Innsbrucker Immobilien Gesellschaft) die Hilfe des Lichttechnischen Planungsbüros Bartenbach GmbH angeboten. In Aussicht, die Imissionswerte noch weiter zu senken, wurden für die Anrainer keine Kosten und Mühen gescheut und das Planungsbüro Bartenbach engagiert.

Nach vielen Besprechungen und Änderungen einigte man sich schlussendlich auf eine Variante, welche nun auch zur Ausführung gekommen ist. Dabei kamen neu entwickelte Blend-Schürzen der Firma LIPRO zum Einsatz. Damit konnte das Licht an Bereichen, welche nicht beleuchtet werden dürfen, abgrenzt werden.

Nicht nur die Lichtimmissionen wurden dabei berücksichtigt, auch das Landschaftsbild sollte nicht durch zu monströse Masten beeinträchtigt werden. Dafür wurden schmale elegante Masten mit stärkerem Material eingesetzt.

Zusätzlich wurden an die Sicherheit auf der angrenzenden Straße besonders hohe Anforderungen gestellt. So wird beim Abschalten der Anlage ein Fluter nach dem Anderen Spannungsfrei geschalten um dem Auge genügend Zeit zu geben sich an die dunkler werdende Straße adaptieren zu können.

Zu guter Letzt war ein zeitgerechtes Abschalten der Anlage eine Bedingung. Diese soll einen zu langen Betrieb der Flutlichtanlage verhindern und automatisch abschalten.

Technische Daten:

  • Fußballplatz 6 Mast á 2 Fluter
  • Gesamt 12 Stk. Fluter 2000W HIT asymmetrisch Hochleistungsfluter, wobei 5 davon mit Blendschürzen ausgestattet wurden
  • Spielklasse Regionalliga West, Beleuchtungsstärke: 200lx
  • Zusätzlich wurde die Flutlichtanlage mit einer Ein- und Abschaltautomatik versehen, um die Leuchtzeiten einhalten zu können.
  • Spielfeldgröße 105m x 64m
  • Fertigstellung 22.04.2015